SMA
Spinale Muskelatrophien bei Katzen

 

Die spinalen Muskelatrophie (SMA) ist eine Motorneuranenerkrankung. Dies ist eine Erkrankung der Nervenzellen. SMA beeinträchtigt alle Muskeln des Körpers, wobei die dem Rumpf am nächsten sind wie Schulter-, Hüft- und Rückenmuskulatur am schwersten betroffen sind. Die Schwäche in den Hinterbeinen ist im Allgemeinen grösser als in den Vorderpfoten. Es kann auch die Kau- und Schluckmuskulatur betreffen.
Die SMA wird aufgrund des unterschiedlichen Erkrankungsalters und der Schwere der Symptome in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. Die bei der Rasse Maine Coon auftretende SMA ist dem Typ 3 beim Menschen sehr ähnlich.

 

Krankheitsbild der SMA

Betroffene Katzen zeigen schon im Alter von 12 bis 15 Wochen erste klinische Anzeichen, die mit einer zunehmenden Muskelschwäche und Muskelschwund verbunden sind. Beim Stehen können die Hinterpfoten in einem starken Winkel nach aussen zeigen. Diese Haltung wird eingenommen um eine stabile Haltung des Körpers zu erreichen. Bei einigen Tieren zwischen 6 und 12 Monaten wurden auch vermehrte Schmerzempfindlichkeiten unterhalb des Lendenwirbelbereiches beobachtet, die sich danach aber wieder zurückbildeten.

Zu den allgemeinen Symptomen gehören:

  • Schwächung der Hinterbeinen

  • feine Muskelzuckungen

  • Eingeschränkte Fähigkeit zum Springen und Landen

  • Gangbild zeigt ein Schwanken des hinterenKörperteils

 

Ursache der SMA

Die Ursache der SMA bei den Maine Coons liegt in dem Verlust eines 140000 Basenpaar grossen DNA-Stückes auf dem Chromosom 1 der Katzen. Von diesem Verlust ist das Gen LIX1 betroffen, das im zentralen Nervensystem aktiv ist und dessen Ausfall ursächlich mit den beschriebenen Symptomen in Zusammenhang gebracht wird.

 

Vererbung von SMA

Die Vererbung der SMA folgt einem autosomal rezessiven Erbgang mit variabler Ausprägung der Symptome. Dies bedeutet, dass die Erkrankung nur bei reinerbig betroffenen Tieren (SMA/SMA) auftritt und daher beide Elterntiere Anlageträger sein müssen.
Da mischerbige Anlageträger nicht erkranken, fallen diese Tiere zunächst nicht auf, sondern erst, wenn betroffene Kitten fallen.

 

Gentest

Zweifellos ist es wichtig, über die genetische Veranlagung seiner Tiere Bescheid zu wissen. Die weitere besondere Bedeutung des Gentests kommt der Züchterischen Anwendung zu. Der Züchter kann unter Berücksichtigung der Informationen über die genetische Veranlagung mögliche Anpaarungen genau planen. Der Gentest gibt eine eindeutige Auskunft über das Vorliegen der genannten Mutation auf dem Chromosomen 1 der Katzen, die das LIX1-Gen inaktiviert. Je nach Befund werden folgende Genotypen unterschieden:

  • N/N: keine SMA-Mutation

  • N/ SMA: mischerbiger Anlageträger der SMA-Mutation

  • SMA/SMA: reinerbiger Anlageträger der SMA-Mutation

 

 

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