Hypertrophe Kardiomyophatie
HCM wie man die Hypertrophe Kardiomyophatie auch nennt, bedeutet nichts anderes als eine Verdickung des Herzmuskels.
Die Krankheit kann den ganzen Herzmuskel, aber auch nur Teilabschnitte umfassen. Meistens aber sind auf der linken Seite
der Herzmuskeln die stärksten Veränderungen sichtbar. Dies aus dem Grund, weil die linke Herzkammer das aus den Lungen
 |
|
stammende sauerstoffreiche Blut aufnimmt. Dies führt dann im Verlauf der Zeit dazu, dass der Herzmuskel immer dicker wird. Dadurch kann sich der Muskel nicht mehr richtig mit Blut füllen und führt zu Stauungen im linken Vorhof, im linken Herzrohr, in den Lungenvenen und in den Haargefässen der Lunge. Dadurch steigt den auch der Blutdruck. Es kommt zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den diversen Gefässen. Schliesslich bildet sich ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) oder ein Pleuralerguss (eine Flüssigkeitsansammlung im Brustraum), die beide die Atemnot der Katze verursachen. Es kann auch zur Lähmung der Hinterbeine kommen, wenn durch die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) die Blutgefässe verstopfen und so die Durchblutung der Hinterbeine
stören.
Ursache
Die genetische Ursache der HCM, bei der Rasse Maine Coon liegen in bisher 2 identifizierten Punktmutationen im Gen für das Myosin bindende Protein C (MYBPC3). Die genaue wissenschaftliche Bezeichnung dafür lautet A31P (Mutation 1), und A74T (Mutation 2).
Ein Molekülbaustein innerhalb eines Genes verändert die Struktur eines Proteins. Daraus resultiert eine fehlerhafte Ausbildung der
Myofibrillen des Herzmuskels. Das bedeutet, dass die Muskelfasern, die nicht betroffen sind, einer höheren Belastung ausgesetzt
sind und dadurch mehr arbeiten müssen, um die normale Herztätigkeit aufrecht zu erhalten. Durch diese Belastung vergrössern sich
die Herzmuskelzellen, so dass es schlussendlich zu einer Vergrösserung des Herzmuskels generell kommt.
Vererbung vom HCM
Durch einen autosomal dominanten Erbgang der HCM wird diese von den Elterntieren auf ihren Nachwuchs
weitervererbt. Wichtig dabei ist zu wissen, dass es dabei verschiedene Genetische Konstellationen gibt,
die vor allem für die Zucht von grosser Bedeutung ist, und die es zu beachten gilt. Auch weiss man,
dass Kater häufiger und früher betroffen sind eine HCM auszubilden als weibliche Katzen.
Wir unterscheiden im Bezug auf HCM die folgenden möglichen genetischen Zusammenstellungen:
Heterozygot
Jedes Gen besteht aus zwei Allelen. Bei einer Verpaarung bekommen die Kitten je ein Allel von der Mutter und ein Allel vom
Vater mit auf den Weg. Da die Natur die Auswahl der Allele bei der Zeugung übernimmt, kann es sein das es in einem Wurf sowohl
mischerbige, wie auch negative Tiere hat, vorausgesetzt nur ein Elterntier trägt den Gendefekt und das andere Tier nicht.
Die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des mutierten Gens beträgt somit meistens 50% für jedes Allel. Wenn beide Elterntiere
die Veranlagung der Mischerbigkeit tragen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch Homozygote Kitten dabei haben könnte,
sehr gross.
Homozygot
Die Schwere der Erkrankung nimmt sehr stark zu, wenn die Katze homozygot, das heisst zwei betroffene Allele besitzt.
Dies kann sich ergeben, wenn beide Elterntiere auf HCM positiv getestet worden sind. Dies sowohl von mischerbigen wie auch
von reinerbigen Tieren. Wobei bei homozygoten Tieren davon ausgegangen wird, dass sie den Gendefekt ganz sicher auf ihren
Nachwuchs weitergeben werden.
Mögliche Symptome einer Erkrankung vom HCM
Katzen zeigen zu Beginn der Erkrankung nur sehr selten Symptome. Deshalb ist es sehr schwer frühzeitig den Beginn der HCM
auszumachen. Befindet sich die Krankheit schon im fortgeschrittenen Stadium, zeigt sich sehr oft die oben schon erwähnte
Atemnot der Katzen.
Weitere Hinweise auf eine Herzerkrankung könnten auch folgende hinweisenden Beschwerden sein:
Mangelnder Appetit
Bläuliche Schleimhäute
Umfangvermehrung des Leibes durch Wasseransammlungen
Beschleunigte Herzfrequenz
Atmung mit Bauchpressen
Vermehrtes Schlaf- und Ruhebedürfnis
Wie wird eine HCM diagnostiziert?
Die Tierärztliche Untersuchung bildet immer der erste Schritt.
Hierbei gehört sicherlich auch eine Allgemeinuntersuchung des Tieres dazu.
Ebenso das Abhören von Herz und Lunge. Werden Veränderungen des Herzrhythmus
oder Geräusche wahrgenommen sind weiterführende Untersuchungen sinnvoll wie:
EKG
Gentest
Röntgen
Herzultraschall
EKG
Ein EKG gibt Aufschluss über die Frequenzhöhe des Herzens. Der normale Herzschlag bei einer Katze beträgt ca. 110 – 130 Schläge
pro Minute. Liegt der Wert über 200 muss dies näher Untersucht und abgeklärt werden.
Röntgen
Veränderungen am Herzen wie Vergrösserungen, Anzeichen eines Stauungsergusses in den Brustkorb oder Wasser auf der Lunge sind
erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf auf einem Röntgenbild sichtbar.
Herzultraschall (Echokardiogramm)
In der Frühdiagnostik ist der Ultraschall ein nicht mehr wegzudenkendes Instrument. Die sicherste Diagnoseerstellung für HCM
wird durch einen Herzultraschall erzielt. Da es für Katzen mit klinischen Symptomen von sehr grosser Bedeutung ist, möglichst
ohne Aufregung und Stress Untersucht zu werden, bietet sich der Ultraschall auch hierzu am besten an. Eine Wanddicke bis zu
5mm gilt dabei als normal. Bei HCM können bis zu 8mm dicke Herzwände gemessen werden.
Ein Herzultraschall ist immer eine Momentaufnahme des IST-Zustandes. Deshalb ist es wichtig die Tiere in regelmässigen Abständen
schallen zu lassen. Gerade bei Zuchttieren und bei bekannter Genvererbung. Es empfiehlt sich auch die Katzen/Kater vor dem ersten
Zuchteinsatz Gentesten und schallen zu lassen.
Gentest
Eine sichere Aussage, ob der Gendefekt bei der betreffenden Katze vorhanden ist, gibt zurzeit nur den Gentest. Wobei man wissen
muss, dass dieser Test nicht aussagt, ob die Katze zum Testzeitpunkt an HCM erkrankt ist oder nicht. Dies kann man nur durch eine
Ultraschalluntersuchung sicher diagnostizieren. Wobei diese Untersuchung nur eine Momentaufnahme des heutigen Stands darstellt.
Beim heutigen Stand der Wissenschaft, wissen wir, dass drei Genmutationen entschlüsselt worden sind von ca 180 Möglichen Genen,
die Verantwortlich sein können eine HCM auszubilden. Von diesen drei Genmutationen können zwei mittels Gentest bei der Katzenrasse
Maine Coon nachgewissen werden. Aber auch hier muss klar gesagt werden, dass ein Negativ getestetes Tier keine Garantien aufweist
nicht doch in seinem Leben an einer HCM zu erkranken.
Bedeutung des Gentests für unsere Zucht
Durch die Gentests wissen wir, welche Genetischen Konstellationen unsere Tiere betreffend der ersten Mutation MYBIPC3 A31OP
und der zweiten Genmutationen MYBIPC3 A74T aufweisen. Ansonsten sagt uns der Gentest gar nichts aus. Es macht deshalb für uns
keinen allzu grossen Sinn, bei jedem neuen Gentest, unsere Katzen sofort wieder testen zu lassen. Wenn man bedenkt dass ein
einzelner Gentest bei Biofocus ca 39 Euro kostet und man das mal die 180 Gene rechnet, muss man sich dann schon fragen,
ob dies noch alles mit gesundem Menschenverstand zu und hergeht. Und vor allem was der Nutzen daraus ist.
Aus heutiger Sicht hat der Gentest bis heute eindeutig gezeigt, das auch bei einem positiven Resultat auf HCM, sei es
mischerbig oder vollerbig, kein Grund zu einer Panik besteht. Die betroffenen Tiere müssen nicht zwangsläufig an einem
frühen Herztod sterben. Denn die erblichen Veranlagungen bedeuten nie, auch tatsächlich daran zu erkranken. Denn auch ein
Negatives Resultat ist noch lange kein Grund nicht doch irgendwann an einer HCM zu erkranken.
Denn wer sagt uns heute, wie es mit der HCM weitergehen wird? Kann es nicht auch sein, dass wir, wenn wir nur noch mit
Negativen Tieren züchten, den Genpool der Rasse Maine Coon zu sehr einschränken, und dadurch irgendwann mal gefährden werden?
Wer gibt uns einen Garantieschein, dass unsere Tiere alle gesund und alt werden? Man weiss schlicht und einfach noch zu wenig,
um schlüssige Antworten auf all die Fragen rund um die HCM zu geben.
Da wir noch am Beginn unserer Zucht stehen, haben wir uns aber entschlossen, mit Negativen HCM- Tieren zu züchten.
Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt auch mit Mischerbigen oder sogar mit Vollerbigen
Tieren züchten werden.
NACH OBEN
|